Ohne die kontinuierliche, lückenlose medikamentöse Unterdrückung des körpereigenen Immunsystems nach Organtransplantation kann das transplantierte Organ nicht erfolgreich funktionieren. Die Compliance des Patienten ist daher langfristig eine wichtige und entscheidende Voraussetzung für den Langzeiterfolg der Therapie.
Elke Pforte, Fachschwester für Nephrologie am Universitätsklinikum Jena stellte dazu auf dem 13. Pflegesymposium AKTX-Pflege e.V. in Berlin vier verschiedene Grundtypen an Patienten vor:
- den disziplinierten Patienten mit geregeltem Tagesablauf und regelmäßiger Medikamenteneinnahme
- den sorglosen Patienten, der gerne in den Tag hinein lebt und kurzfristig und spontan entscheidet
- den vergesslichen Patienten, der die Medikamenteneinnahme aufgrund beruflicher oder privater Belastung, erkrankungsbedingt, altersbedingt oder aufgrund seiner Veranlagung vergisst, und
- den mündigen Patienten, der intensiv nach Informationen über seine Krankheit sucht, sich gründlich damit beschäftigt, sehr viel Wissen über Erkrankung und Medikamente hat und auch bei Therapieentscheidungen mitbestimmen möchte.
Die Compliance sei auch oft vom Bildungsniveau des Patienten abhängig. Des Weiteren zeigen sich Compliance-Probleme in bestimmten Altersgruppen, wie z. B. in der Pubertät.
Non-Compliance, die ihre Ursache auch häufig in einer fehlenden psychischen Verarbeitung der Erkrankung bzw. der Transplantation hat, sollte mit Hilfe einer kompetenten, fachspezifischen psychologischen Betreuung bewältigt werden. |